BrowZine geht in die Verlängerung

Sie kennen BrowZine, das Zeitschriftenportal mit den Open-Access- und lizenzierten E-Journals-Inhalten, bestimmt schon seit längerem.

Vielleicht hatten Sie über diesen informativen Blogartikel, der alles beschreibt, den ersten Kontakt damit – auch sonst ist dieser Artikel für eine Einführung allemal empfehlenswert. Hier nachgeschoben ein neueres Tutorial des Anbieters Third Iron (2020).

BrowZine ist immer noch da und das bleibt bis auf weiteres auch so – zumal die Nutzung 2021 angestiegen ist.

Im Gegensatz dazu ist zu vermelden, dass die EZB (Elektronische Zeitschriftenbibliothek) in Zürich nicht mehr nachgeführt wird und über kurz oder lang abgeschaltet werden wird.

Sollten Sie beim Browsen in BrowZine einen wichtigen juristischen Titel vermissen, so melden Sie uns das. Wir klären dann ab.

 

 

UN-Dokumente oder how to find them…? – Teil 2

Fortsetzung von Teil 1

Die komplexe Struktur der Vereinten Nationen zeigt sich auch in der Vielfalt der Dokumente und Publikationen und natürlich deren Dokumentennummer.

Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Veröffentlichungsarten:

  • Dokumente (documents): Es handelt sich dabei um Arbeitspapiere, die die gesamten Aktivitäten aller UN-Organe in Form von Protokollen, etc. wiedergeben.
  • Official Records (OR): Darunter versteht man die in ihrer endgültigen und konsolidierten Fassung veröffentlichten Sitzungsdokumente der Hauptorgane der UN (Generalversammlung, Sicherheitsrat, Wirtschafts- und Sozialrat sowie Treuhandrat) und einiger grosser UN-Konferenzen. Sie bestehen insbesondere aus Plenarprotokollen, Sitzungsberichten, Dokumenten zu einzelnen Tagesordnungspunkten und den während einer Sitzungsperiode verabschiedeten Resolutionen.
  • Publikationen (publications/ sales publications): Hierbei handelt es sich um Verkaufspublikationen der Vereinten Nationen (z.B. Zeitschriften oder Jahrbücher, die vom Verlag der UN (United Nations Publications) herausgegeben werden.
  • United Nations Treaty Series: So wird die Sammlung der völkerrechtlichen Verträge bezeichnet, die beim UN-Sekretariat registriert worden sind.

Um gezielt nach einzelnen UN-Dokumenten suchen zu können, ist es wichtig die einzelnen Dokumente identifizieren zu können. Alle Dokumente der UN werden mit einer eindeutigen Dokumentennummer, der sogenannten symbol number versehen. Diese Dokumentennummer befindet sich immer rechts oben. Der erste Teil der Nummer steht in der Regel für das verantwortlich zeichnende Organ der UN und wird auch als series symbol bezeichnet. Dies sind die series symbols der 5 Hauptorgane der UN:

A            General  Assembly (Generalversammlung)

E             Economic and Social Council (Wirtschafts- und Sozialrat)

S             Security Council (Sicherheitsrat)

ST           Secretariat (Sekretariat)

T             Trusteeship Council (Treuhandrat)

Danach folgen die Codes für die Sitzungsperiode, das Herausgabejahr, die nachgeordneten Einrichtungen oder den Status bzw. die Art des Dokuments. Hier ein paar Beispiele:

…/50/… 50.Sitzungsperiode
…/2003/… Jahr; teilweise auch in Klammern hinter der laufenden Nummer
…/Add./… Addendum (Nachtrag), in der Regel mit der Nummer des Nachtrages versehen
…/C./… Committee (Ausschüsse); mit der Nummer des Ausschusses verbunden; es gibt sechs Hauptausschüsse
…/Corr./… Corrigendum (Korrektur), in der Regel mit der Nummer der Korrektur versehen
…/HCR/… Human Rights Council (Menschenrechtsrat)
…/LIB/… Library
…/RES/… Resolution
…/Rev./… Revision (revidierte Fassung)
…/Ser./… Serie

Zum Schluss kommt immer noch eine laufende Nummer hinzu, die die Dokumentennummer vervollständigt.

Wer sich nun noch vertieft damit auseinandersetzen möchte, dem kann ich das Dokument ST/LIB/SER.B/5/Rev. 5 empfehlen (vermutlich können Sie nun auch die Dokumentennummer bereits entschlüsseln). Darin sind sämtliche series symbols der UN aufgelistet.

In der der Praxis spielt sich die Suche hier ab:
im ODS (Official Document System der UN -> Elektronisches Dokumentenarchiv), welches zur Zeit mehr als 900 ‘000 Dokumente beinhaltet. Wenn man die Dokumentennummer kennt, ist dies der schnellste Weg, das gewünschte UN-Dokument zu finden.

Dieser Artikel wird sporadisch auf die Aktualität  der Links geprüft. Zuletzt geprüft: 12.12.2022

Das Urheberrecht in Frage stellen

Dürfen wir Sie auf eine interessante Veranstaltungsreihe an der ETH hinweisen:

17:15 Kolloquium der ETH-Bibliothek

Und das dreimal pro Semester – jeweils am letzten Donnerstag im Monat, logischerweise um 17:15 Uhr im Raum G 26.5

Die nächste Veranstaltung findet am 22. Februar 2018 statt. Und zwar unter dem Titel „Das Urheberrecht in Frage stellen“, es referiert Andreas von Gunten.

Der Referent beobachtet zunehmend eine Verschärfung der Gesetzgebungen. Dies auf Grund des grossen Einflusses der Lobbyisten. Dem will Von Gunten mit zehn Thesen entgegentreten. Seine Thesen münden in eine Vision einer Welt ohne Urheberrecht, was wäre … wenn das tatsächlich eintreten würde.

Begleitend zur Veranstaltung weisen wir auf die Dissertation  „Intellectual Property is Common Property“ (Open University, Milton Keynes, 2014) des Referenten hin.

Wie für alle Kolloquien, ist auch für diese Veranstaltung eine Anmeldung (bis 21. Februar) erforderlich an: 17doppelpunkt15_kolloquium@library.ethz.ch

UN-Dokumente oder how to find them…?

Teil 1. Welche UN-Dokumente sind online vorhanden?

Siehe auch Teil 2

Wer sich ab und zu mit der UNO und ihren Dokumenten auseinandersetzt, hat sicher schon bemerkt, dass ein wenig Hintergrundwissen sehr hilfreich sein kann. Daher haben wir uns entschieden, unsere Suchtipps hier auf dem Blog in mehreren Artikeln zu veröffentlichen.

Um kurz zu veranschaulichen wie komplex die UNO ist, und damit man sich ein wenig vorstellen kann, mit was für einer Datenmenge und –vielfalt wir es zu tun haben, hilft ein kurzer Blick auf das nachfolgende Organigramm.

Seit Mitte Mai 2017 ist nun die United Nations Digital Library (https://digitallibrary.un.org/) (UNDL) online zugänglich. Es handelt sich dabei um eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Dag Hammarskjöd Library und dem United Nations Office an der Geneva Library. Ihr Ziel ist nicht nur die Zurverfügungstellung der diversen Dokumente, sondern sie ist auch das institutionelle Gedächtnis der UNO.

Die UNDL beinhaltet u.a.:

  • das „The UN Bibliographic Information System“, kurz auch UNBISnet (http://unbisnet.un.org/) genannt. Es handelt sich dabei um den Katalog der UN Bibliothek in New York. Hier sind:
    1. sämtliche Resolutionen der UNO Generalversammlung, des UNO Sicherheitsrates und von ECOSOC seit 1946 vorhanden.
    2. die Abstimmungsergebnisse aller Resolutionen, die von der UNO Generalversammlung (seit 1983) und dem UNO Sicherheitsrat angenommen wurden.
    3. alle Reden, die in der UNO Generalversammlung (seit 1983), im UNO Sicherheitsrat (seit 1983), im ECOSOC (seit 1983) und im Trusteeship Council (seit 1982) gehalten wurden.
  • das ODS (Official Document System der UN -> https://documents.un.org/prod/ods.nsf/home.xsp), welches zur Zeit mehr als 900 ‘000 Dokumente beinhaltet. Wenn man die Dokumentennummer kennt, ist dies der schnellste Weg, das gewünschte UN-Dokument zu finden.

Desweitern sind auch nachfolgend aufgelistete Webseiten, je nach Recherche, sehr zu empfehlen:

  • die Webseite des Internationalen Gerichtshofs (icj-cij.org), dort sind die Entscheidungen einsehbar.
  • das UN News Centre (un.org/news). Hier sind die Presserklärungen der UN-Gremien und des Generalsekretärs zu finden.
  • die Jahrbücher der UN, ersichtlich unter https://www.un.org/en/yearbook. Darin sind die Aktivitäten der Uno des jeweiligen Jahres zu finden.

Dieser Artikel wird sporadisch auf die Aktualität  der Links geprüft. Zuletzt geprüft: 12.12.2022

Open – oder Duden?

Bild: PLoS

Liebe Leserinnen und liebe Leser

Der Duden hat im Jahr 2017 in seiner 27. Auflage über  5000 neue Wörter in sein Repertoire aufgenommen. Betrachtet man dabei die Sparte „Technisches“ so fällt auf, dass Social Media  nicht nur im Bereich des WWW einen Siegeszug verzeichnen konnte. „Selfie“, „Social Bot“, „facebooken“, „entfreunden“ und natürlich das bestens bekannte „liken“ zählen zu den technisch geprägten, neuen Begriffen des Duden 2017. Es scheint aber, als hätte sich im Schatten der im Duden enthaltenen „Social Media“-Begriffe ein Begriff  ein sonniges Plätzchen in den technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen 2017 erschlichen. Open Access. Ähnliche  Ausdrücke wie Open Data, Big Data, Data Mining oder Open Government Data (OGD) bildeten im vergangenen Jahr ein dichtes Netz an technologischem Nährboden, welcher der Bewegung im „Open-Bereich“ einen kräftigen Antrieb gab. In der aktuellen Version des Duden ist bisher nur „Open Source“ als verwandter Begriff der umfangreichen „Open“-Bewegung ausfindig zu machen.

Um diesem offensichtlichen Defizit an „Open“ geprägten Begriffen aktiv entgegenzutreten hätten wir bereits einen Vorschlag für die 28. Auflage des Duden:  HOPE.

HOPE steht für Hauptbibliothek Open Publishing Environment. HOPE  wird von der Hauptbibliothek Zürich betrieben und bietet auf Grundlage der Open Source Software „OJS“ (Open Journals Systems) UZH-Forschenden eine Plattform zur Veröffentlichung ihrer Open Access-Zeitschriften. Neben HOPE existiert diesbezüglich auch ZORA (Zurich Open Repository and Archive).

Über HOPE publizierte Zeitschriften
Zurzeit werden über HOPE 4 Journals publiziert:

An dieser Stelle sei auf die Open-Access typischen Richtlinien für die Nutzung bzw. der Bearbeitung der jeweiligen Zeitschriftenartikel  hinzuweisen. Momentan besitzen alle 4 über HOPE publizierten Zeitschriften eine sogenannte „Creative Commons Attribution – NonCommercial – NoDerivatives 4.0 International“ – License (CC BY-NC-ND 4.0). Übersetzt heisst dies, dass diese Lizenz allen Nutzern erlaubt, das Werk bzw. den Artikel auf einem beliebigen Medium oder in einem beliebigen Format weiterzuverbreiten unter der Bedingung, dass bei einer Weiterverbreitung auf den Autor und das Publikations-Journal des Artikels verwiesen wird. Der Artikel darf zudem nicht verändert, transformiert oder zu kommerziellen Zwecken genutzt werden. Neben dieser Lizenz besitzen die Zeitschriften individuelle Nutzungsrichtlinien, welche bei  jeglicher Form von Nutzung zu beachten sind.


Wer kann via HOPE ein Open Access-Journal publizieren?

  • UZH-Forschende
  • UZH-Institute
  • Lehrstuhlinhaber = Chefherausgeber
  • Angehöriger der UZH im Redaktionsteam

HOPE ist über folgenden Link erreichbar:

http://www.hope.uzh.ch/