Erstsemestrigentage in der RWI-Bibliothek

Jeweils eine Woche vor Beginn des Herbstsemesters finden die Erstsemestrigentage an der gesamten UZH statt, auch an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät und in der RWI-Bibliothek. Während am 14. September die Bibliothek ausschliesslich online spielerisch erkundet wird, nämlich mit einem Actionbound, welcher zusammen mit dem 3-D-Rundgang absolviert werden kann, wird die Bibliothek im Zusammenhang mit einer kleinen Aufgabe im Campusquest in Kleingruppen immerhin einmal kurz besucht.
Die Lärmimmissionen sollten sich im Vergleich zu den (coronafreien) Vorjahren am 13. und 15. September in Grenzen halten.

Wir wünschen allen Studierenden einen guten Semesterstart!

Weitere Links

Erstsemestrigentage RWF

Virtueller Rundgang RWI-Bibliothek

Tutorials für Erstsemestrige (2021 neu) (Bei Abspielproblemen Browser wechseln)

 

Der Beck-Verlag: juristische Standardwerke erhalten neue Namen

Was sonst nur ein begrenztes Fachpublikum interessiert, wird hier breiter diskutiert und findet sogar Eingang in diverse Artikel von Tageszeitungen – mindestens in Deutschland.

Der «Palandt», wie er seit Jahren umgangssprachlich genannt wird, steht in unserer Bibliothek bereits in seiner 80. Auflage und zählt mehr als 3000 Seiten – in vieler Hinsicht ein Schwergewicht. Doch der deutsche Kurzkommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch wird nicht mehr den Namen Otto Palandts tragen, im Loseblattkommentar zum Grundgesetz von Maunz/Dürig wird Maunz nicht mehr genannt werden, der Name Schönfelder wird nicht mehr auf dem Titelblatt der bisherigen Gesetzessammlung Schönfelder zu finden sein und der Kommentar von Blümich, EStG, KStG, GewStG wird künftig ohne den Namen Blümich erscheinen.

Diese Namen werden aktuell aus dem Verlagsprogramm von Beck gestrichen, da diese Juristen in der NS-Zeit eine aktive Rolle übernommen und ausgeübt haben. Der Verleger Dr. Hans Beck erläutert, dass man Geschichte nicht ungeschehen machen könne, deshalb hätten sie die historischen Namen zunächst beibehalten. In Zeiten zunehmenden Antisemitismus wollten sie jedoch ein Zeichen setzen.

Bevor sich der Beck-Verlag zu diesem Schritt entschloss, waren jahrelange kontroverse Diskussionen vorausgegangen, ob relevante und aktuelle juristische Werke Namen von Exponenten eines Unrechtstaates tragen könnten.  Nun wird die Abkehr vollzogen: Im November 2021 soll der neue Kurzkommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch erscheinen. Das Cover der 81. Auflage wird den Namen von Dr. Christian Grüneberg, Richter am deutschen Bundesgerichtshof, tragen. Die anderen Werke werden nachziehen.

Mehr dazu

(besucht am 17.8.2021 /
längerfristig abrufbar via DBIS/Campuslizenz FZ-Archiv bzw. SZ-Archiv)

Neue Voreinstellung im Rechercheportal – Ohne Artikelsuche im CDI

Liebe Recherchierende

Bis vor kurzem war die Grundeinstellung, dass im Rechercheportal „Swisscovery mit CDI“ gesucht wurde. Damit haben sie häufig sehr viele bis zu viele Treffer erhalten. Deshalb haben wir angeraten, vorher den Schritt zur Einstellung «Swisscovery (ohne CDI)» vorzunehmen.

CDI steht für Central Discovery Index und bietet neben Rezensionen auch Inhalte zu E-Book-Kapiteln und Konferenzbeiträgen. Die Daten werden von vielen Zeitschriften und E-Book Anbietern freigegeben, sofern sie an der UZH lizenziert sind. Jedoch haben wir die Erfahrung gemacht, dass gerade bei juristischen Publikationen und Anbietern nicht immer alle lizenzierten Inhalte im CDI  dargestellt werden, weshalb wir ohnehin zusätzlich immer noch eine Recherche in der entsprechenden Datenbank empfehlen.

Neu wird grundsätzlich nun im Rechercheportal Swisscovery (ohne CDI) gesucht, sie müssen also nicht mehr diesen Zwischenschritt machen, wenn sie diese (zu) vielen Treffer ausschliessen wollen.

Natürlich steht die Suche mit CDI immer noch zur Verfügung, diese muss aber dann entsprechend angewählt werden.

Achtung: Für diejenigen, die bis jetzt mit dem allgemeinen Swisscovery recherchiert haben – dort ist immer noch die Artikelsuche (mit CDI) standardmässig eingeschlossen. Wir empfehlen ihnen grundsätzlich unsere Bestände im Rechercheportal Swisscovery zu recherchieren.

Weitere Informationen: https://www.uzh.ch/blog/hbz/2021/08/03/rechercheportal-swisscovery-neu-auch-ohne-artikelsuche/

 

 

 

 

 

swisscollections – Alternative zu Swisscovery? – nicht ganz

Seit Anfang Mai diesen Jahres gibt es für die Nutzer von Sammlungen alter Handschriften und neueren Archivmaterialen ein vorzügliches Portal: swisscollections 

Der Verein gleichen Namens ist eine Gründung der Universitätsbibliothek Basel und der Zentralbibliothek Zürich von 2020, mittlerweile sind daran 14 Institutionen beteiligt – von der Kantonsbibliothek Appenzell-Ausserrhoden bis zur Zentralbibliothek Solothurn. swisscollections erschliesst im Moment 1,8 Millionen Dokumente.

Der Verein versteht swisscollections als „Ergänzung zu Swisscovery“ – das kann man so sehen. swisscollections ist ein Metakatalog, bezieht also seine Informationen aus verschiedenen anderen Katalogen. Das ist nicht einfach nur hinausisoliert aus Swisscovery.

Was auffällt – es gibt auch eine Indexsuche und ein selbstbestimmtes Durchstöbern sowie eine Reise in die Niederungen der Archivtektonik.

Der einzelne Titel präsentiert sich dann in der Anzeige als hervorragend erschlossen:

Die Darstellung erinnert an Swissbib – das rührt von der gleichen Open-Source Software her.

Zur Bestellung der mehrheitlich Digitalisate gibt es einen Link zu den Services in Swisscovery, wo dann über eine Anmeldung bestellt werden kann.

swisscollections wie auch die verwandte memobase.ch sind hervorragende Instrumente für die Bedürfnisse einer ganz bestimmten Zielgruppe. Sie sind in ihrem kleinen Bereich wichtige Ergänzungen zu Swisscovery.

Covid-19: Auch Demokratien in der Krise?

Viel Unerfreuliches haben uns die online-Portale zu berichten, wenn wir uns an einem Regensonntag über den Zustand der Staaten rund um den Globus informieren. Der Begriff Diktatur ist virulent geworden, schwierig sich immer überall eine Meinung zu bilden.
Wer einen Überblick wünscht, kann zwischen vielen Ansätzen wählen, welche den Demokratie-Grad behandeln. Hier drei Beispiele:

  • Demokratie-Index des Economist
    Seit 2006 bewerten Experten 167 Länder rund um den Globus. Viele Faktoren zu Wahlprozess, Pluralismus, Funktionsweise der Regierung, politische Teilhabe, politische Kultur und Bürgerrechte prägen diesen Index. Die Auswertung vom Jahr 2020 ergab, dass nur etwa die Hälfte der Weltbevölkerung in einer Demokratie leben. Während die Freiheitsrechte durch die Pandemie weltweit stark unter Druck gerieten, sind einzelne erfreuliche Entwicklungen festzustellen: Taiwan wählte im 2020, mit hoher Wahlbeteiligung und demonstrierte Unabhängigkeit zu China.
    Die Schweiz belegt im Jahr 2020 den Rang 12 und gehört damit zu den vollständigen Demokratien. Wenn die politische Beteilung der Bevölkerung in der Schweiz höher wäre, würden wir im Ranking besser abschneiden.
    Während Norwegen wiederholt auf dem ersten Platz zu finden ist,  belegt Nordkorea, als ausgeprägt autoritäres Regime, gleichbleibend den letzten Platz.

Die Thematik, die Demokratie-Entwicklungen während der Pandemie ist facettenreich. Vieles wurde zeitnah bereits publiziert – z.B.:

Auch im  letzten Vortrag der Reihe «Schindler Lecture» des Institutes für Völkerrecht und ausländischem Verfassungsrecht widmete sich Frau Prof. Kim Lane Scheppele, Princeton University, dem Themenkreis: «Europas neues Demokratiedefizit». Der Vortrag kann nachgehört werden: https://www.ivr.uzh.ch/de/schindler-lectures.html